Sie horcht – o grausam süße Macht! 
an meines Herzens dumpfem Klang,
als sei es nur ein Uhrwerk sacht,
ihr Trost in Mitternachts Gesang.
Ihr Haupt geneigt, ihr Blick so mild,
als hätt sie’s nie mit Schmerz geraubt –
doch ich, ich lieg in Schatten wild,
entblutet, einsam und entlaubt.

Sie thront auf kaltem, stummem Holz,
ihr Schoß – ein Altar roter Glut.
In ihren Händen – ach! mein Stolz,
mein Herz, noch feucht von meinem Blut.
Sie birgt es wie ein Kind im Traum,
als wär es ihres, nie mein Teil.
Doch alles lebt in ihrem Raum –
ich nur vergeh, still, ohne Heil.

Nun blickt sie auf, ihr Auge brennt,
ein Stern aus Eis in finst’rer Nacht.
Sie reicht’s mir still, die Hand erkennt:
Mein Herz – es schlägt nicht mehr, erstarrt,
ein Frost, der jede Glut verbannt.
„Nimm’s wieder mit“, spricht stumm ihr Blick,
„Es taugt mir nicht – es ist verdorben.“
Und was sie einst geraubt mit Geschick,
gab sie mir tot – und ich bin gestorben.

[Homage an Edgar Allan Poe]