Sie nannten sie schmutzig.
Nicht, weil sie es war,
sondern weil sie nicht kontrollierbar war.

Sie legten ihr Scham an wie eine zweite Haut,
verfluchten sie im Namen von Göttern,
verstümmelten sie im Namen der Religion,
verschwiegen sie im Namen der Moral.

Und doch knieten sie vor ihr.
Heimlich. Begehrlich.
Denn sie ist das Tor.
Der Riss, durch den Leben fällt.
Der Ort, an dem Lust und Existenz denselben Atem haben.

Sie wollten sie besitzen
und nannten es Liebe.
Sie wollten sie beherrschen
und nannten es Schutz.
Sie wollten sie zerstören
und nannten es Reinheit.

Um sie herum führten sie Kriege.
Nicht aus Liebe, sondern aus Besitzanspruch.
und wegen der Angst vor ihrer Macht.

Sie ist kein Objekt.
Kein Tabu.
Kein Schmuckstück.

Sie ist Ursprung.
Unbequem.
Unverhandelbar.

Nicht sie ist schmutzig.
Schmutzig ist die Geschichte,
die man ihr aufgedrückt hat.

Und solange man sie fürchtet,
wird man versuchen, sie zu vergolden,
zu besitzen, zu verstecken
oder zu vernichten.

Doch sie bleibt.
Dunkel.
Echt.
Und älter als jede Lüge